@Roland Lindinger
Ich könnte wetten, dass du aus Deutschland bist – grandioser kann ein Kommentar kaum sein.
Du schreibst selbst, dass du seit 25 Jahren zweimal jährlich ein Wochenende dort fährst und dich entsprechend auskennst. Grandiose Aussage – genau das ist ja der Punkt. Wer ein Gebiet über Jahrzehnte regelmäßig besucht, kennt selbstverständlich jede Verbindung im Schlaf. Das ist Routine, nicht Qualität der Orientierung.
Es ist jedoch nicht unsere Aufgabe, den Pistenplan sowie sämtliche Gondeln und Verbindungslifte auswendig zu lernen. Dafür gibt es in jedem Skigebiet Tafeln und Wegweiser. Trotzdem danke für den nicht ganz so schlauen Tipp mit dem Pistenplan.
Wir haben auch nie bemängelt, dass es keine Tafeln gibt. Unser Kritikpunkt ist ein anderer: Die Tafeln stehen teilweise an völlig unlogischen Stellen, mit einem Layout und einer Schriftgröße, die vor 30 Jahren schon nicht mehr zeitgemäß gewesen wären. Aus der Distanz sind sie kaum lesbar. Teilweise sind sie so positioniert, dass man vom Lift kommend mit den Skiern gar nicht sinnvoll daran vorbeifährt. Man muss anhalten, querfahren oder sogar ein Stück schieben, um sie überhaupt lesen zu können. Genau das ist nicht zeitgemäß.
Und wir reden hier nicht von einem kleinen Hügel, sondern von bis zu 99 Liftanlagen – darunter 15 Seilbahnen/Gondeln, 24 Sessellifte sowie 60 Schlepp- und Übungslifte – und insgesamt 86 verschiedenen Pisten. Genau deshalb sollte eine Skischaukel-Verbindung auch ohne Insiderwissen logisch, klar und aus der Distanz erkennbar funktionieren. Davon lebt eine Skischaukel bekanntlich.
Wer seit 25 Jahren dort unterwegs ist, kennt natürlich jede Ecke. Für Gäste, die das Gebiet zum ersten Mal besuchen oder nur alle paar Jahre kommen, sollte Orientierung dennoch intuitiv funktionieren – ohne jahrzehntelange „Betriebszugehörigkeit“.
Moderne Skigebiete – Obertauern, Hochkönig, Zillertal, Saalbach-Leogang oder die Sellaronda – lösen das mit großformatiger Beschilderung, klarer Routenführung und erkennbarer Skischaukel-Logik. Das ist heute Standard.
Und ja – wenn bei einem Premium-Preisniveau eine Verbindung unverhältnismäßig Zeit kostet, darf man das erwähnen. Ob ein Lift privat betrieben wird oder nicht, ist für den Gast völlig irrelevant. Der Skipass gilt für das gesamte Gebiet, wird jährlich teurer – also muss auch die Infrastruktur entsprechend mitwachsen.
Wenn Schladming damit wirbt, eines der besten Skigebiete der Welt zu sein, dann sollte auf einer Hauptverbindungsroute zwischen zwei Bergen kein Lift aus den 1980er-Jahren stehen. Anspruch und Realität sollten zusammenpassen.
Und vielleicht – ganz ironisch gemeint – wäre es sinnvoll, vor dem nächsten Kommentar nicht nur den Pistenplan, sondern auch einmal kurz die Policies und Guidelines zu studieren, bevor man losschreibt. Schaden kann es jedenfalls nicht.