Wenn die Legenden erwachen. Der neue Sagenweg in Obermaiselstein
Mühen hat auch Obermaiselstein nicht gescheut, um die in die Jahre gekommenen Infotafeln zu Venedigergold bis Drachenschatz neu und ein klein wenig spezieller zu gestalten, als man das sonst auf Themenwegen findet. Dafür sorgt Augmented Reality (AR), eine mittels Handy und Animationen wortwörtlich sagenhaft „erweiterte“ Realität. QR-Code scannen, Zugriff erlauben und schon wird aus dem Wander- ein Wunderweg. So wird am Hirschsprung nicht bloß die Legende des Obermaiselsteiner Wappentieres erzählt, sondern man sieht – das Handy auf den richtigen Punkt der Felsenge gerichtet – den schier unmöglichen Sprung des Hirsches auf der Flucht vor einem Luchs über die Schlucht. Den schlafenden Drachen kann man AR-unterstützt wachkitzeln. Zwar reagiert er nicht erfreut über die Störung, aber nur wenig später darf man dann doch auf seinem Rücken mitfliegen – durch den strukturreichen Wald, über die zauberhaften Rieder Wiesen und zurück Richtung Sturmannshöhle. An der Station „Venedigermännle“ liest man vom Zauberspiegel und den goldenen Zapfen, auf dem Handy versucht man anschließend in einem Spiel Goldklumpen zu sammeln. Nur die Wilden Fräulein haben sich einem QR-Code verweigert – bei ihrer Station erzählt nur der Fallenbach von den scheuen Wesen, aber im Wald entdeckt man bei genauer Betrachtung ihre Silhouetten.
Digital und analog passen sagenhaft zusammen
Der neue Sagenweg ist vielschichtig. Er verbindet die alten Sagen mit dem umgebenden sagenhaften Naturraum und einer modernen Art der Naturbegegnung. Zwei Kilometer Weg reichen, um zu zeigen, wie eng Sagen- und Tierwelt jeweils mit dem spezifischen Lebensraum verflochten sind. Deshalb finden sich auch Informationen zu Flora und Fauna, insbesondere zu den prominenten Fledermäusen, auf den Stelen. Die digitalen Komponenten wollen ergänzen, nicht ersetzen - selbstverständlich bleiben die Mythen und der wunderschöne Wald auch analog faszinierend. Dass bestätigen sicher alle, die digital Gold gesammelt haben und es sich anschließend in der Gästeinformation als handfeste süße Leckerei „auszahlen“ lassen.